Flying Pussy Production

„Gemütlichkeit – eine Übung für den Ernstfall“ (Arbeitstitel)

Asymmetrisch agieren. Bewegliche Ziele bilden. Optionen wahren!

Sie haben die Städte auf Sprengstoff gebaut und grenzenlos globalisiert. Unter den Pflastersteinen die Schaltuhr. Mobilität und Flexibilität sind die Folge. Wir wechseln schnell und sind präzise in unserer Zuhause-Produktion. Dabei reisen wir schon jetzt mit den ersten Generationen moderner Nomaden um die Welt. Weiterblickend stellt sich für uns nicht mehr die Frage nach dem Entweder-oder des Sesshaften oder Mobilen. Wir konstatieren: die Zukunft fordert nomadische Siedler und siedelnde Nomaden. Wir entwerfen modellhaft die Beschleunigung der Zuhause-Produktion als Training für die Zukunft.

Als Gemütlichkeitsguerrilla kämpfen wir eine Woche lang an Erlangens urbaner Front. Die Stadt ist gleichzeitig Wirt und Beute, performative Strategien der Raumaneignung und Umgestaltung unsere Waffen. Wir erproben unterschiedliche Momente der blitzkriegartigen Produktion von Zuhause im Stadtraum und breiten uns in öffentlicher und privater Gemütlichkeit aus. Dabei wollen wir vor allem Bewegungen schaffen, mobilisierende Begegnungen erzeugen und gemütlich Kaffee trinken. Unser Ankerpunkt wird dabei ein interaktives Hauptquartier bilden, welches dauerhaft zugänglich sein wird.

Die Formation „Flying Pussy Production“ gründete sich 2008 im Rahmen des Kunstprojektes Re:Do „Sculpture as Interaction“ und besteht aus der Spanierin Mayte Kappel Rovira und dem Deutschen Marcel Sparmann. Ihr gemeinsames Arbeitsfeld konzentriert sich auf performative- und installative Interventionen in öffentlichen und öffentlich gemachten Räumen. Dabei untersuchen sie das rauschhaft Sinnliche, das Verspielte und Unkontrollierte im Spannungsfeld gesellschaftlicher Konventionen und ihrer regelhaften Umgebungen. Sie realisierten bereits gemeinsame Projekte in Belfast, Erlangen „ARENA… der jungen Künste“ 2009 und Barcelona.